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Die Welt in Bewegung halten: Wie der öffentliche Verkehr Nordamerikas Großveranstaltungen unterstützt

|   Fare-Collection-Systems

Von der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko über die Canada-Day-Feierlichkeiten bis hin zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit hat Nordamerika in den vergangenen Wochen eine Reihe großer öffentlicher Veranstaltungen ausgerichtet, die Millionen von Menschen zusammengebracht haben. 


Für den Empfang großer Menschenmengen, wird Mobilität zu einem entscheidenden Faktor, damit die Menschen effizient unterwegs bleiben und das Gesamterlebnis reibungslos funktioniert. 
Wir haben mit Leah Beleck, Managing Director von Scheidt & Bachmann Canada, und Daniel Terryn, Managing Director von Scheidt & Bachmann USA, darüber gesprochen, warum der öffentliche Verkehr bei Großveranstaltungen eine so wichtige Rolle spielt – und was das in der Praxis für die Fahrgelderhebung, den Zugang zu den Stationen und das langfristige Fahrgasterlebnis bedeutet.

 

Leah, Daniel, warum ist öffentlicher Verkehr für Städte bei Veranstaltungen dieser Größenordnung so wichtig?

Leah: Weil Veranstaltungen dieser Größe ohne öffentlichen Verkehr schlicht nicht funktionieren. Städte können Veranstaltungsorte, Sicherheitskonzepte und Besucherprogramme vorbereiten, aber wenn sich große Menschenmengen nicht effizient durch die Stadt bewegen können, steigt der Druck sehr schnell. Der öffentliche Verkehr sorgt dafür, dass eine Stadt auch in Phasen außergewöhnlich hoher Nachfrage zugänglich und funktionsfähig bleibt. 
Wenn die Umsetzung gut läuft, profitieren Fahrgäste auch noch lange nach dem Ende der Veranstaltung von den Verbesserungen. 

Daniel: Ich würde ergänzen, dass diese Veranstaltungen das Mobilitätssystem sehr sichtbar machen. Solange alles funktioniert, denken viele Menschen kaum über den öffentlichen Verkehr nach. Doch sobald der Zugang langsam, unübersichtlich oder überfüllt ist, beeinträchtigt das das gesamte Erlebnis. Deshalb müssen Verkehrsbehörden und Betreiber über die reine Kapazität hinausdenken. Sie müssen auch Einfachheit, Zuverlässigkeit und gute Fahrgastströme berücksichtigen.

Diese Veranstaltungen unterscheiden sich stark in ihrem Charakter. Wo liegen aus Sicht des öffentlichen Verkehrs die größten gemeinsamen Herausforderungen?

Daniel: Der größte gemeinsame Faktor ist die gebündelte Nachfrage. Es gibt kurze Zeitfenster, in denen sich sehr viele Menschen gleichzeitig bewegen müssen – vor und nach einem Spiel, nach einem Feuerwerk oder entlang einer Paradestrecke. Und viele dieser Fahrgäste sind keine regelmäßigen Nutzer. Es können Besucher, Touristen oder Gelegenheitsfahrer sein, die mit dem lokalen Netz und der Tarifstruktur nicht vertraut sind.

Leah: Genau diese Kombination macht die Situation besonders spannend. Es geht nicht nur darum, mehr Menschen zu befördern, sondern auch darum, das System für Menschen verständlich zu machen, die es vielleicht zum ersten Mal nutzen.
Wenn sich bereits die erste Interaktion mit dem Verkehr bereits kompliziert anfühlt – sei es bei der Suche nach dem richtigen Ticket oder beim Verstehen des Bezahlvorgangs – entsteht Reibung direkt zu Beginn der Reise. Für Besucher und Gelegenheitsfahrer ist dieser erste Kontakt entscheidend.

 

Was hilft dabei, dass sich der öffentliche Verkehr sofort intuitiv anfühlt?

Leah: In vielen Fällen beginnt es damit, die Hürden am Einstiegspunkt zu reduzieren. Die Fahrgelderhebung ist oft der erste echte Berührungspunkt eines Fahrgasts mit einem System. Deshalb muss dieser Prozess klar und unkompliziert ablaufen. Genau hier kann Open Payment einen echten Unterschied machen. Wenn Fahrgäste einfach ihre kontaktlose Bankkarte oder ihr mobiles Wallet nutzen können, erhalten sie sofort Zugang zum Verkehr, ohne sich zunächst mit einem unbekannten Tarifmodell auseinandersetzen oder an einem Automaten anstehen zu müssen. 

Daniel: Und diese Einfachheit ist gerade unter Zeitdruck wichtig. Bei Großveranstaltungen müssen Menschen häufig schnelle Entscheidungen treffen. Sie wollen zu einem Veranstaltungsort oder zurück ins Hotel, ohne erst ein Ticketsystem verstehen zu müssen. Je leichter der Zugang zum Verkehrsnetz ist, desto eher wird der öffentliche Verkehr selbstbewusst und im großen Maßstab genutzt. 

 

Open Payment erhält derzeit viel Aufmerksamkeit. Aber wie weit reicht das in der Praxis?

Leah: Es ist ein wichtiger Bestandteil, aber nicht die ganze Lösung. Kein einzelnes Zugangsmodell funktioniert für alle Fahrgäste. Manche bevorzugen das Bezahlen mit Bankkarte oder Smartphone, andere bevorzugen eine Smartcard des Verkehrsbetreibers oder den klassischen Ticketkauf. Deshalb ist Flexibilität entscheidend. Ein moderner Ansatz im Fahrgeldmanagement muss diese Kanäle konsistent zusammenführen. Account-basiertes Ticketing ermöglicht die zentrale Verwaltung unterschiedlicher Medien und Zugangsoptionen und gibt den Verkehrsunternehmen zugleich mehr Flexibilität bei der Gestaltung und Weiterentwicklung ihrer Tarifstruktur.

 

Let’s move from payment to the station environment. In moments of peak demand, access points can become critical very quickly. What matters most there?

Daniel: Auf den Fluss. In Situationen mit hohem Fahrgastaufkommen zählt jede Sekunde. Stationen müssen Menschen intuitiv weiterleiten – mit klarer visueller Führung, sichtbar verfügbaren Fare Gates und einer Gestaltung, die schnelle Entscheidungen unterstützt.

Gleichzeitig müssen sie die unterschiedlichen Bedürfnisse der Fahrgäste berücksichtigen, darunter Menschen mit Gepäck, Familien mit Kindern und Personen, die breitere Zugänge oder zusätzliche Orientierung benötigen. Deshalb muss die Technologie mehr leisten als nur den Eintritt zu kontrollieren. Sie muss gleichzeitig Durchsatz, Barrierefreiheit und Klarheit unterstützen. Mit Lösungen wie dem FareGo PG|50 Fare Gate geht es also nicht nur darum, den Zugang zu validieren, sondern dabei zu helfen, in Stationen große Fahrgastmengen zu bewältigen und zugleich ein benutzerfreundliches und inklusives Erlebnis zu bieten.

 

Die eigentliche Herausforderung ist also nicht nur die Geschwindigkeit, sondern die Balance zwischen Geschwindigkeit und Inklusion?

Leah: Absolut. Das System funktioniert nur dann gut, wenn es für unterschiedliche Arten von Fahrgästen funktioniert. Geschwindigkeit ist wichtig, aber nicht auf Kosten der Nutzbarkeit. Bei Großveranstaltungen wird das besonders sichtbar, weil die Fahrgaststruktur so vielfältig ist. 

Daniel: Und aus Sicht der Betreiber hängen diese Dinge eng zusammen. Je klarer und intuitiver das System ist, desto besser ist in der Regel auch der Fluss. Gute Barrierefreiheit und hoher Durchsatz sind keine gegensätzlichen Ziele. In vielen Fällen unterstützen sie sich sogar gegenseitig.

 

Wenn die Veranstaltung vorbei ist – was bleibt? Was ist der langfristige Wert für Städte und Verkehrsbetreiber?

Daniel: Die Veranstaltung selbst mag vorübergehend sein, aber die Infrastruktur und die betrieblichen Erkenntnisse bleiben bestehen. Die einzige wirkliche Veränderung nach dem Event ist das Fahrgastvolumen. Sobald die Menschenmengen wieder abnehmen, profitieren Städte weiterhin von den Verbesserungen, die für diese Situationen geschaffen wurden. Modernisierte Bezahloptionen, klarere Fahrgastführung, effizienterer Stationszugang und größere betriebliche Flexibilität schaffen noch lange nach dem Ende der Veranstaltung einen Mehrwert. 

Leah: Darin liegt die langfristige Chance. Auch wenn das Fahrgastaufkommen wieder zum Normalniveau zurückkehrt, tun es die Erwartungen der Fahrgäste nicht. Menschen wünschen sich weiterhin zugänglichen, zuverlässigen und einfach nutzbaren öffentlichen Verkehr. Investitionen, die für Großveranstaltungen getätigt werden, können deshalb das alltägliche Reiseerlebnis verbessern und den öffentlichen Verkehr für regelmäßige sowie gelegentliche Nutzer langfristig intuitiver und komfortabler machen. 

 

Zum Abschluss: Wenn Sie es in einem Satz zusammenfassen müssten – was zeigen Großveranstaltungen über den öffentlichen Verkehr?

Leah: Sie zeigen, dass der öffentliche Verkehr nicht einfach nur im Hintergrund vorhanden ist, um die Veranstaltung zu unterstützen, sondern dass er vielmehr einer der Faktoren ist, die sie überhaupt erst möglich machen.

Daniel: Und sie erinnern uns daran, dass Menschen Mobilität kaum wahrnehmen, wenn sie gut funktioniert. Aber genau das ist der Punkt. 

 

Vielen Dank, Leah und Daniel, für diese wertvollen Einblicke!

 

 

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