Neues Vorzeigeprojekt in Montabaur: Parken per Kennzeichenerkennung am ICE Bahnhof

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Seit Dezember 2018 parken Autofahrer nördlich des ICE Bahnhofes Montabaur mittels Kennzeichenerkennung. Scheidt & Bachmann hat dort im Auftrag der Stadt das größte ticket- und schrankenlose Parksystem Deutschlands eingerichtet.

Der ICE Bahnhof ist das Prestigeobjekt der Stadt Montabaur. 200 ICEs pro Woche halten dort. Zehntausende Pendler und Besucher des Fashion Outlet Montabaur sowie die Beschäftigten der knapp 80 Firmen im ICE-Park nutzen den Verkehrsknotenpunkt. Der Parkdruck am Bahnhof ist entsprechend hoch. 60.000 Parkvorgänge pro Monat verzeichnet alleine der Parkplatz nördlich der Bahnstrecke.

Jahrelang war der kostenfrei nutzbare Parkraum rund um den Bahnhof chronisch überlastet. Montabaur reagierte und erweiterte das Angebot 2017 um 150 Stellplätze. Doch die Stadt wünschte sich noch mehr Komfort für Bahnpendler. 2018 beauftragte sie Scheidt & Bachmann daher mit der Installation eines umfangreichen Parksystems mittels Kennzeichenerkennung für rund 1000 Stellplätze auf der Nordseite des Bahnhofes.

Klares Ziel der neuen Parkraumbewirtschaftung ist es, Bahnpendler zu bevorzugen und den Komfort weiter zu steigern. Auch diesmal bleibt Montabaur seinem Image als Vorreiter treu: Das Free Flow System, also ein Parkplatz ohne die üblichen Schranken und Kontrollgeräte, ist das größte seiner Art im gesamten Bundesgebiet. Wer am ICE Bahnhof parken will, muss nun Parkgebühren entrichten. Bahnpendler erhalten auf Antrag Sonderkonditionen: sie parken dann zum Monatstarif von 20 Euro oder zum Jahrestarif von 200 Euro. Alle weiteren Nutzer zahlen 0,80 Euro pro Stunde, fünf Euro pro Tag oder 15 Euro pro Woche. Mit dem Kiss & Ride Konzept bleibt die erste Stunde gebührenfrei, was das Bringen und Abholen von Bahnkunden zum Nulltarif ermöglichen soll.

Das neue System bietet einige technische Highlights: Im Gegensatz zu herkömmlichen Ticketless Systemen benötigt man mit Free Flow zur Identifikation keine Geräteschnittstelle oder Trigger wie etwa Bodenschleifen. Je zwei Kameras an der Ein- und Ausfahrtspur, die sowohl das vordere als auch das hintere Kennzeichen der Fahrzeuge registrieren reichen für die Identifikation aus. Weitere Kontrollgeräte sind obsolet. Die Kameras verfügen über eine Richtungserkennung, was Missbrauch verhindert. Der Autofahrer kann das System nicht überlisten, indem er z.B. über die Einfahrtspur ausfährt.

Die Kamera erfasst das Kennzeichen bei Einfahrt via Infrarot und zeichnet ein Bild in HD Qualität auf. Für die Dauer des Aufenthaltes werden diese Informationen im Zentralrechner des Parkplatzes gespeichert. Am Kassenautomaten gibt der Nutzer bequem sein Kennzeichen ein und bekommt dann die fälligen Kosten angezeigt. Er hat die Möglichkeit, in bar, mit Girokarte oder via NFC per Smartphone zu zahlen. Bei der Ausfahrt erkennt die Kamera das Kennzeichen und es wird geprüft, ob der Kunde gezahlt hat. Im positiven Fall wird der Eintrag automatisch gelöscht. Fährt der Parkgast aus, ohne vorher seine Gebühren beglichen zu haben, wird sein Kennzeichen automatisch an das Politesssystem der Firma Schweers übermittelt.

Ein weiterer großer Vorteil des neuen Scheidt & Bachmann Systems: Es liefert eine höchst zuverlässige Erkennungsrate von 99 Prozent. Dafür sorgt unter anderem eine Bodenschwelle, die die Fahrbahnen trennt. Fährt ein Pkw über diese Schwelle entsteht automatisch ein Abstand zum folgenden Fahrzeug und die Kamera erfasst das Kennzeichen im optimalen Winkel. Das Fahrzeug muss also nicht anhalten, sondern fährt einfach durch. Auch in Stoßzeiten fließt der Verkehr somit ohne Einschränkungen und Wartezeiten. Für den seltenen Fall, dass ein Kennzeichen vom System nicht erkannt wird, hat Scheidt & Bachmann das so genannte Honest Payment eingerichtet. Findet der Kassenautomat keinen passenden Eintrag im System, kann der Nutzer sein Kennzeichen sowie den Zeitpunkt der Einfahrt manuell eingeben und den Parkvorgang wie gewohnt zahlen.

Bahnkunden erhalten auf Antrag bei der Stadt einen QR-Code. Diesen scannen sie einfach an einem der modernen Kassenautomaten ein und erhalten damit die Berechtigung, einen Monats- oder Jahrestarif zu Sonderkonditionen zu kaufen. Mehrere Hundert solcher Anträge liegen der Stadt Montabaur bereits vor. 


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